Gemeinde Schwabach

Andacht: April 2021, 1

„Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.“

Johannes 10, 9

Es ist spät geworden, ich komme total müde nach Hause, jetzt bloß schnell ins Bett! Ich stecke den Schlüssel ins Haustürschloss, drehe ihn, aber nichts geht. In die andere Richtung – auch nichts. Jetzt auch noch das! Ich probiere und probiere, mit viel Kraft, ganz vorsichtig, nach links, nach rechts –alles vergebens, die Tür bleibt zu. Verschlossene Türen sind ein Problem.

Wie bedeutend Türen sind, wusste schon die Bibel. Jesus sagt da, dass er selbst wie eine Tür ist, aber eine offene. Zuerst ist Jesus natürlich die Tür und der Zugang zur Gemeinschaft mit Gott. Ohne ihn sind wir auf uns allein gestellt, unsere Bemühungen bleiben menschlich und greifen zu kurz. Die Tür bleibt zu, um im Bild zu bleiben. Gehe ich allerdings hindurch, entdecke ich auf der anderen Seite etwas Neues, einen Raum oder ich stehe plötzlich draußen – vielleicht im Regen, vielleicht an der frischen Luft. Auf jeden Fall geschieht Veränderung. Es ist eine neue Welt, die ich nur durch IHN entdecken kann.

Aber auch im alltäglichen Leben mit Gott geht es mir so: Wende ich mich an ihn, ändert sich was. Mal ist es meine Sicht oder meine Haltung. Die Perspektive wechselt weg von mir und hin zu Gott. Aber manchmal sind es auch die Umstände, die sich komplett ändern. Die Dinge werden auf den Kopf gestellt, oder vielleicht besser gesagt, vom Kopf wieder zurück auf die Beine.

Deshalb lohnt sich für mich das Angebot von Jesus: Weil er diese Tür ist, darf ich immer und überall, so wie ich bin, mit Gott sprechen und ihn um alles bitten. Er ist die Tür, die einladend offensteht – und nicht wie meine eigene, die verschlossen blieb, weil innen noch der Schlüssel steckte.

Pastor Wolfgang Allgaier

Gebet

Herr Jesus,

Danke, dass Du auf diese Welt kamst und für uns zu einer Tür zum Vater wurdest. Danke, dass diese Tür immer offen steht und Du uns immer wieder neu einlädst hindurch zu gehen. Gib mir den Mut und erinnere mich, dies auch zu tun und nicht in meinen Aktivitäten stecken zu bleiben…

AMEN

Andacht: März 2021, 1

„Bittet, und es wird euch gegeben; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet. Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, findet, und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder würde jemand unter euch seinem Kind einen Stein geben, wenn es ihn um Brot bittet? Würde er ihm eine Schlange geben, wenn es ihn um einen Fisch bittet? Wenn also ihr, die ihr doch böse seid, das nötige Verständnis habt, um euren Kindern gute Dinge zu geben, wie viel mehr wird dann euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn darum bitten.“

Matthäus 7, 7-11 (NGÜ)

„Gott sieht alles, nur die Nachbarn sehen noch mehr“, sagt der Volksmund. Für unsere Nachbarn stimmt das nicht, ganz im Gegenteil. Aber sieht Gott wirklich alles und vor allem: Sieht er auch mich? Die Bibel antwortet mit einem klaren: Ja, und zwar hier: „Unermüdlich behält der HERR die ganze Welt im Blick, um die Menschen zu stärken, die sich von ganzem Herzen auf ihn verlassen.“ (2 Chr. 16,9 HfA)

Aber reicht das? Ist nicht viel wichtiger, wie Gott mich sieht? Ob er mich kritisch oder skeptisch sieht? Sieht er mich wie ein strenger Richter, der auf meine Fehler wartet, um mich dann dafür zu bestrafen? Die Bibel beantwortet diese Frage auch und zwar durch das Bild, das oben beschrieben ist: Gott ist wie ein Vater, aber nicht irgendein irdischer Vater, wie wir ihn vielleicht erlebt haben, sondern der beste, den ich mir vorstellen kann – und noch besser. Ein himmlischer Vater, der mich total liebevoll betrachtet, stolz auf mich ist und nur darauf wartet, mir etwas Gutes zu tun. Der immer auf meiner Seite ist, und mir hilft, wenn ich etwas falsch mache. Der mir wieder auf die Beine hilft, wenn ich hingefallen bin. Zum Ausdruck kommt dies in den Worten „wie viel mehr“. Es sind diese drei Worte, die jedes Mal, wenn ich diesen Text lese, meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Und ich frage mich: Wie viel mehr?

Darf, und vor allem kann ich das glauben, oder lasse ich mich davon abhalten, dies einfach zu glauben, wie es dort steht? Dieser himmlische Vater ist SO VIEL besser. Sein Blick auf uns ist liebevoll, voller Mitgefühl und Sympathie.

Er will uns beschenken, aber er möchte auch, dass wir IHN bitten, wenn wir ein Problem haben, und dies gilt ganz besonders auch für diese Zeiten. Auch das passt in dieses Bild des guten Vaters, der sich freut, wenn wir IHN um Hilfe bitten und ihm dadurch unser Vertrauen aussprechen. Und wenn er uns beschenkt, dann mit Gutem, auch das wird in diesem Text betont.

Ja, Gott sieht alles, auch Dich und mich, damit er voll für uns da sein kann.

Pastor Wolfgang Allgaier

Gebet

Lieber himmlischer Vater,

Danke, dass Du mich nicht vergessen hast, sondern mich siehst. Danke, dass Dein Blick auf mich liebevoll und voller Zuneigung ist und dass Du mein liebender Vater bist. Ich möchte lernen Dir immer mehr zu vertrauen und zuerst Dich um Hilfe zu bitten, wenn ich ein Problem habe. Deshalb bitte ich Dich heute [hier können Sie persönliche Anliegen einfügen] …

AMEN

Andacht: Februar 2021, 4

„Lass ihnen deine Wahrheit leuchten, damit sie in immer engerer Gemeinschaft mit dir leben! Dein Wort ist die Wahrheit!“

Johannes 17, 17 (HfA)

„Die Erde ist eine Scheibe!“ Das war die gängige Meinung im Mittelalter. Heute wissen wir: totaler Quatsch. Wobei es ja gute Gründe für diese Meinung gab. Schließlich scheint sie uns ja auch flach, wenn wir sie nicht gerade aus dem All betrachten. Heute würden wir sowas wohl Halbwahrheit oder Fake-News nennen. Glaube ich ihnen, würde ich mich in Sachen „Erde als Scheibe“ davor fürchten, von der Erde runterzufallen –obwohl es ja unmöglich ist.

Jetzt im Moment und auch anderen Krisen glauben wir Halbwahrheiten und Fakenews erschreckend viel. Aber was ist wahr? Was ist teilweise wahr? Was blanke Erfindung und Lüge? Spätestens jetzt merken wir, welche Frage viel wichtiger ist: Wem kann ich glauben? Wer ist wirklich zuverlässig? Wessen Informationen und Ratschläge waren bisher hilfreich und gut für mich und haben sich in der Wirklichkeit bewährt? Wenn es um mein Menschsein geht ist es für mich die Bibel. Klar, sie erklärt mir nicht, was ich genau wann wo wie machen soll, aber eine Richtung gibt sie vor.

Jesus geht sogar noch einen Schritt weiter, indem er sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh. 14,6).“ Jesus selbst ist also DIE Antwort auf die kontrovers diskutierte Frage, die schon Pilatus stellte: „Was ist Wahrheit?“ Halte ich mich an Ihn als Person, erlebe ich immer wieder Führung und klare Orientierung. Dort wo im modernen Denken alles relativ wird und verschwimmt, finde ich bei Ihm eine Richtung, der ich folgen kann.

Mir hilft es zu lesen: Was hat Jesus in einer ähnlichen Situation gemacht? Wie hat er geholfen? Was war ihm wichtig? War es damals richtig, kann es ja auch heute funktionieren. Deshalb hilft mir die Bibel auch heute mitten im Leben und für mich ist sie wie ein Kompass im Dschungel der Nachrichten und Meinungen, die tagtäglich auf uns einprasseln.

Pastor Wolfgang Allgaier

Gebet

Lieber himmlischer Vater,

Danke, dass Du mich nicht alleine lässt. Durch Dein Wort gibst Du mir Wahrheit und Führung in diesen verwirrenden Zeiten. Hilf mir, Deinen Weg entschlossen und unbeeindruckt zu gehen. Ich bitte Dich für [hier können Sie persönliche Anliegen einfügen] …

AMEN