Gemeinde Weißenburg

Andacht: Februar 2021, 1

„Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht.“

Joh. 3,16 (NGÜ)

Am Ende des Jahres, und das ist ja jetzt doch schon wieder einen Monat her, blicken wir ja oft zurück und ziehen Bilanz. Die Medien machen das so, Unternehmen und Firmen. So hat auch Google seine Zahlen und Statistiken veröffentlicht. Darunter die Frage: Welche Begriffe wurden am meisten in das Feld der Suchmaschine eingegeben. Ziemlich weit vorne die Frage: Was ist Liebe? Gebe ich diese drei Worte ein, bekomme ich 115 Millionen Ergebnisse in 0,3 Sekunden. Ganz oben stehen eine Partnervermittlung und eine Wikipedia-Definition.

Aber was ist Liebe wirklich? Weder die Partnervermittlung, noch Wikipedia können das tatsächlich erklären. Weil man sie nicht in Worte fassen kann. Aber in Geschichten wie die hier: Gott liebt uns Menschen und deshalb hat er seinen Sohn Jesus Christus in diese Welt geschickt. Der Bibelvers, den ich oben genannt habe, ist wohl einer der bekanntesten in der Bibel überhaupt. „Wer liebt, gibt,“ könnte man vielleicht als Prinzip formulieren. Gott gab seinen Sohn – seinen einzigen!

Jesus hat als Mensch wie wir gelebt, hat Gutes getan und vielen Menschen geholfen. Als Dank dafür haben ihn Menschen getötet. Aber er ist von den Toten auferstanden und hat
gesagt: Es zählt nicht, was ihr mir angetan habt, es zählt, dass ich trotzdem und immer noch zu euch halte. Das ist meine Liebe. Eine Liebe überwindet alles.

Die Bibel geht sogar noch einen Schritt weiter: Gott ist Liebe, heißt es in 1. Joh 4,8. Gott ist also nicht nur ein liebender Gott, sondern ist die Liebe selbst. Angenommen und gemocht zu werden so wie ich bin, trotz meiner Fehler, obwohl man keinen Nutzen davon hat, das ist für mich Liebe. Das und noch viel mehr. Geliebt zu sein ist ein Glück und dieses Glück finde ich bei Gott.

Aber ich glaube er hat noch ein weiteres Ziel. Er möchte, dass sich diese Liebe in dieser Welt verbreitet, indem wir großzügig damit umgehen, speziell in Zeiten wie diesen. Weil wir bedingungslos und um unser selbst Willen von Gott geliebt sind, können wir lieben. Das ist die Logik, von der im Johannesbrief die Rede ist. Es ist sozusagen die Liebe Gottes die aus uns heraus in die Welt fließt, zu all den Menschen die um uns sind und denen wir täglich begegnen.

Pastor Wolfgang Allgaier

Gebet

Lieber himmlischer Vater,
ich danke Dir für Deine unendliche Liebe zu mir. Du gabst Deinen Sohn um meinetwillen. Hilf mir, in Deiner Liebe zu bleiben und sie an die Menschen weiterzugeben. …

AMEN

Andacht: Januar 2021, 3

Nun ist es zwar sowieso unmöglich, dass Gott lügt, doch hier hat er sich gleich in doppelter Weise festgelegt – durch die Zusage und durch den Eid, die beide unumstößlich sind.

Das ist für uns eine starke Ermutigung, alles daranzusetzen, um das vor uns liegende Ziel unserer Hoffnung zu erreichen. Diese Hoffnung ist unsere Zuflucht;

sie ist für unser Leben ein sicherer und fester Anker, der uns mit dem Innersten des himmlischen Heiligtums verbindet, dem Raum hinter dem Vorhang.“

Hebräer 6, 18-19 (NGÜ)

In einem unserer letzten Urlaube waren wir mit dem Hausboot unterwegs. Für uns eine komplett neue, aber auch schöne Erfahrung. Wind, Wasser und das ganze seemännische Zeug war für uns Süddeutsche komplettes Neuland.

Trotzdem haben wir die Freiheit genossen. Eines Abends war es total ruhig und windstill und wir beschlossen, wir bleiben hier und übernachten auf dem Boot. Früh am Morgen werden wir von lauten Rufen aus dem Schlaf gerissen. Total verschlafen realisieren wir, dass wir vom Wind abgetrieben wurden und beinahe auf Grund gelaufen wären. Wir hatten vergessen, den
Anker zu werfen. Nur ein leichter Windstoß hatte genügt, um das Boot zu bewegen. Hoffnung ist wie ein Anker für unsere Seele, heißt es in dem Text, der unserer heutigen Andacht zugrunde liegt. Wie wichtig so ein Anker ist, habe ich nie mehr vergessen.

Jeder von uns, hat es immer wieder mit den verschiedenen Winden des Lebens zu tun. Im Besten Fall ist es Rückenwind, oft aber auch Gegenwind. Manchmal sind das Lebensumstände
oder Probleme die aus dem Nichts auftauchen, manchmal aber auch Menschen die uns das Leben schwer machen. Dann bläst uns der Wind frontal ins Gesicht.

Genau in diesen Situationen ist die Hoffnung auf das Ziel, das vor uns liegt, wie ein Anker für unsere Seele. Ein Schiff, das seinen Anker ausgeworfen hat, wird vielleicht von Wellen und Wind bewegt, aber abgetrieben wird es nicht.

Dieses Ziel, von dem der Hebräerbrief hier spricht, sind die Zusagen und Verheißungen Gottes und nicht zuletzt die Gewissheit einer himmlischen Ewigkeit.

Ein zweiter Begriff, der hier ins Spiel kommt, ist der Begriff der Zuflucht. Ein Ort, an dem ich Schutz finde, wenn ich in Not bin. Wenn ich mich zurückziehen muss, finde ich dort Ruhe und Frieden. An diesem Zufluchtsort bin ich in Sicherheit. Genau das sind die Zusagen und die innere Gewissheit seiner Gegenwart für uns. Das Alte Testament setzt noch eins drauf. Dort waren Zufluchtsstädte Orte, an denen sich die verstecken konnten, die unabsichtlich getötet hatten. Dort waren sie vor Strafverfolgung und Rache sicher. Diese Zuflucht steht mir sogar bei selbstverschuldeten Problemen zu Verfügung.

Trotz stürmischer Zeiten können wir auf die Kraft Gottes und die Zuverlässigkeit seines Wortes vertrauen. Also: Anker auswerfen!

Pastor Wolfgang Allgaier

Gebet

Lieber himmlischer Vater,
Danke, dass ich immer auf DICH hoffen darf, selbst wenn ich
Fehler mache. DU bist meine Zuflucht und der Anker meiner
Seele in diesen stürmischen Zeiten. Auf DICH vertraue ich und
auf DICH richte ich meinen Blick …

AMEN