Gemeinde Weißenburg

Andacht: Februar 2021, 3

„… und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse. Darum seid nicht unverständig, sondern seid verständig, was der Wille des Herrn ist! Und berauscht euch nicht mit Wein, was Ausschweifung ist, sondern werdet voll Geistes!“

Epheser 5, 16-18

Wie jede Woche war ich die Tage wieder mal unterwegs zum Getränkemarkt. Im Kofferraum all die leeren Kisten mit Pfandflaschen. Ich gebe die leeren ab, bekomme das Pfand zurück und nehme wieder volle mit. So entsteht möglichst wenig Müll. Richtig gute Idee, finde ich. Wir sind eines der wenigen Länder mit einem funktionierenden Pfandsystem. Dahinter steckt der Gedanke, dass die Flaschen nicht wirklich mir gehören, sondern ich sie nur nutze. Steht eine Flasche leer herum, erfüllt sie ihren Zweck nicht mehr. Und sie mit anderen Flüssigkeiten zu befüllen, ist gefährlich, wenn nicht mehr stimmt, was auf dem Etikett steht. Mit uns und Gott ist das so ähnlich.

Ich habe ein Leben geschenkt bekommen und kann damit machen, was ich will. Aber es ist nur auf Zeit. Meine Lebenszeit ist geschenkt, aber womit fülle ich sie? Ich kann falsche Inhalte einfüllen, aber dann kann es gefährlich werden.

Hier gibt uns der Apostel Paulus guten Rat: „Nutze die Zeit, denn wir leben in schwierigen Zeiten.“ Da kann ich ihm gerade jetzt nur beipflichten. Also lasse ich mich von Jesus Christus selbst mit seiner Liebe und Freude erfüllen und wenn wir dann auf andere Menschen treffen, die Durst haben, können sie einen Schluck nehmen.

Der Epheserbrief wird hier sogar noch konkreter und macht das Angebot: „Lasst Euch füllen mit heiligem Geist.“ Möchte ich beispielsweise ein Trinkgefäß neu mit Wasser füllen, halte ich es unter die Wasserquelle und warte bis es voll ist. Unsere Quelle ist Gott selbst, und Gott füllt immer nach. Es geht also um mich und darum zu lernen in seiner Gegenwart „auszuhalten“ und mich füllen zu lassen.

Manchmal ist das gar nicht so einfach. Ich kann mich für unwürdig halten und denken, ich hätte es nicht verdient. Oder ich nehme mir einfach die Zeit nicht –ich bin zu abgelenkt. Noch eine Möglichkeit wäre, dass ich es Gott gar nicht zutraue. Die Aufforderung ist klar und steht sogar in der Befehlsform: „Lasst Euch vom Geist erfüllen!“ So, und nur so, nutze ich meine Lebenszeit im Sinne Gottes.

Pastor Wolfgang Allgaier

Gebet

Lieber himmlischer Vater,

ich danke Dir für die Lebenszeit, die Du mir gegeben hast. Hilf mir, sie so zu nutzen, dass es Dich ehrt. Ich danke Dir für Deinen Heiligen Geist und dass er als Beistand und Hilfe für uns in diese Welt gekommen ist. Bitte fülle mich ganz neu mit Deinem Geist …

AMEN

Andacht: Februar 2021, 2

„Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben. Macht euch keine Sorgen um den nächsten Tag! Der nächste Tag wird für sich selbst sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last mit sich bringt.“

Mat. 6, 33-34 (NGÜ)

Nur ein kleines Häkchen und schon ist sie aktiviert, die Cloud-Funktion an meinem Handy (für alle die den Begriff nicht kennen: „Cloud“ steht für einen unsichtbaren Online-Speicher im Internet). Wie von Geisterhand werden ab sofort alle Fotos und Filmchen, die ich mache, irgendwo im Internet gespeichert und dann auf meine anderen Geräte übertragen. Und das alles passiert, ohne dass ich etwas davon sehe oder merke und trotzdem ziemlich zuverlässig. Finde ich ganz schön beeindruckend, auch wenn man dabei natürlich an die Datensicherheit denken muss.

Bei Gott ist das so ähnlich. Auch ihn kann ich nicht sehen – trotzdem ist er da. Wie bei meinem Handy kommt es darauf an, ihn in mein Leben zu integrieren. Jesus geht in dem bekannten Vers aus der Bergpredigt, den ich oben zitiert habe, noch einen Schritt weiter. Wenn sich unser ganzes Leben um IHN dreht, kümmert er sich vollumfänglich um uns. Mir ist besonders das Wort „alles“ aufgefallen, das in allen Übersetzungen zu finden ist. Er kümmert sich um ALLES!

Als eine Art Konsequenz daraus folgt dann der nächste Vers. Nicht mehr ich selbst muss mich sorgen, sondern ER sorgt für mich. Ich gebe zu, es liest sich einfacher, als es dann in der Praxis ist. Ganz besonders in Zeiten wie diesen, in denen es unendlich viele Gründe gibt sich zu sorgen. Gerade dann brauche ich diesen Perspektivwechsel hin zu Gott, der es gut mit mir meint, damit mich die Sorgen dieser Welt nicht lähmen und übermannen.

Aber ähnlich wie bei der Cloud-Aktivierung setze ich immer wieder neu auch bei Gott einen Haken: Ja, sage ich, ich will mein Leben nicht allein leben, sondern das tun, was Jesus getan hätte. Dann spüre ich, wie er mir Kraft gibt für jeden neuen Tag. Er bietet mir seine Hilfe an in schwierigen Lebenslagen und bei Herausforderungen. Wie ein Freund, der mich nie verlässt. Klar, Gott bleibt unsichtbar. Aber die Cloud gibt’s ja auch, obwohl ich sie nicht sehe.

Pastor Wolfgang Allgaier

Gebet

Lieber himmlischer Vater,

ich danke Dir für Deine Zusage, dass Du dich um mich kümmerst. Ich will mein ganzes Leben auf Dich ausrichten und Deinen Willen tun. Hilf mir, den Blick auf Dich zu richten. Alle meine Sorgen vertraue ich Dir an, denn Du sorgst für mich. Ganz besonders bitte ich Dich um [hier können Sie persönliche Anliegen einfügen] …

AMEN